Folgen des Klimawandels für den Kanusport – Mehr Hochwasser auf der Ruhr?
Die Hochwasserjahre 2021 und 2023 werfen die Frage auf: Verhindert der Klimawandel zunehmend den Wassersport auf der Ruhr? Der Kanusportverein DJK Ruhrwacht e.V. aus Mülheim an der Ruhr hat die Daten für die untere Ruhr (Bezirk 8, Kanu NRW) analysiert.
Laut der Ruhrschifffahrtsverordnung (RuhrSchVO) ist ab einem Wasserstand von 358 cm am Pegel Hattingen jeglicher Verkehr untersagt – das Training der Vereine kommt zum Erliegen. Physikalisch führt die Erwärmung zwar zu potenziell stärkeren Niederschlägen (Clausius-Clapeyron-Gleichung), doch die Klimadaten zeigen ein anderes Bild: Es wird insgesamt trockener.
Dies belegt auch die Änderung des Ruhrverbandsgesetzes (RuhrVG), die seit Dezember 2024 eine flexiblere Talsperrenbewirtschaftung erlaubt. Um die Trinkwasserversorgung für 4,6 Mio. Menschen zu sichern, sind nun reduzierte Mindestabflüsse zulässig – eine direkte Anpassung an den Klimawandel.
Die Auswertung der Daten des Ruhrverbands für die Klimareferenzperiode 1991–2020 bestätigt diesen Trend: Die Zahl der Hochwassertage, an denen ein Befahrungsverbot galt, ist im statistischen Mittel eindeutig zurückgegangen.
Fazit: Trotz punktueller Extremereignisse müssen Kanusportler im Bezirk 8 eher mit weniger Hochwasserverboten rechnen. Die Herausforderung der Zukunft liegt vielmehr im Niedrigwasser. Es bleibt abzuwarten, wie sich die geringere Wasserzufuhr aus den Talsperren langfristig auf die Befahrbarkeit der Ruhr auswirkt.











